Im Marketing kommt es immer wieder vor, dass sich Unternehmen Adressen von Adressverlagen oder Direktmarketingunternehmen kaufen oder mieten.

Dabei stützen sich die Adressverlage oder Direktmarketingunternehmen auf den §151 GewO und gehen davon aus, dass sie das dürfen. Der §151 GewO befugt darin Adressverlage und Direktmarketingunternehmen – auch ohne Einwilligung – mit definierten Informationen von natürlichen Personen zu arbeiten, übersehen dabei aber gerne, dass die Grundvoraussetzung dafür eine vorherige Belehrung über den Widerruf ist. Dies bleiben sie meist schuldig.

Weiters verpflichten Adressverlage ihre Kunden, einen Hinweis auf die Herkunft der Daten anzuführen. Diese Information hat gem. §151 Abs. 7 GewO 1994 derart zu erfolgen, dass auf dem ausgesendeten Werbematerial eine Kennzeichnung aufgebracht wird, aus der Verantwortliche für die Ursprungsdatei/en hervorgeht. Dies kann in Form der namentlichen Nennung der betreffenden Adressverlags- und Direktmarketingunternehmen geschehen oder in Form einer sonstigen, insbesondere numerischen Kennzeichnung, die beim DMVÖ (Dialog Marketing Verband Österreich – www.dmvoe.at) vom Verantwortlichen einer Ursprungsdatei hinterlegt wurde.

In der Praxis kann dies bedeuten, dass am Werbematerial ein Hinweis ist Form von zB “Herkunft der Daten: XXXXXXX GmbH, Strasse 123, 1234 Ort (Inhaber der Urspungsdatei). yyyy@xxxxx.zz ” aufgedruckt ist. Sollten eine Informationspflicht gem. Art. 14 DSGVO bestehen, so ist der Adressverlag als Datenursprung anzuführen.

Die wenigsten Kunden wissen im Vorfeld jedoch, dass Adressverlage wechselseitig Adressmaterial austauschen und zwischenhandeln. Das kann dazu führen, dass bei einer Aussendung unkontrollierbar viele Inhaber aufscheinen. Damit sind Unternehmen, die sich Adressmaterial kaufen oder mieten die Verteiler und Werbebotschafter unbekannter Dritter (Adressverlage und SubAdressverlage).

Dies kann zu Irritationen führen und schafft im Falle von Betroffenenbegehren (Auskunft, Löschung, …) weitere Unsicherheiten. Von einer transparenten Mitteilung zwischen den Beteiligten kann nicht ausgegangen werden.

Denn gerade diese Branche ist wenig transparent. Zumal hier Firmen agieren, die oft keine seriöse Identifikation im Internet zulassen.

zulässige Werbemaßnahmen

Oft arbeiten Adressverlage und Direktmarketingunternehmen mit umfangreichen Verträgen und/oder AGBs. Diese sollte man sich sorgfältig lesen.

In der Regel finden sich darin Inhalte wie zB

  • die Verwendung der Adresse ist gem. TKG (Telekommunikationsgesetz) für E-Mail-, Fax- und Telefonmarketing unzulässig, es sei denn, es liegt dazu eine gesonderte Einwilligung vor
  • bei Adressmieten sind die Adressen nach einer einmaligen Verwendung zu löschen
  • es ist die Robinson-Liste der RTR (Rundfunk und Telekom RegulierungsGmbH) zu berücksichtigen
  • somit bleibt in den meisten Fällen nur eine briefliche Werbemaßnahme übrig welche immer unbeliebter wird und wenig effizient aufweist.